Die Zeit des Umdenkens

 

Mit dem Einzug des Pferdes in die Freizeitgestaltung hat in Bezug auf das Thema Pferd insgesamt ein Umdenken stattgefunden. Nicht nur die artgerechte Haltung wie zum Beispiel im Offen oder Laufstall erfreut sich immer grösserer Beliebtheit, auch gibt es immer mehr Befürworter, das Pferd ohne Beschlag, also barhuf laufen zu lassen.

Huforthopädie

 

Auf Basis dieser Ueberlegung hat sich die Huforthopädie entwickelt. Da der Huf der Fingerabdruck des Pferdes und ebenso individuell ist, wird die Huforthopädie eben dieser Individualität gerecht. Um der Einmaligkeit des einzelnen Hufes gerecht zu werden, ist das Wissen um die Bewegungsabläufe, die natürliche Schiefe des Pferdes, den Knochenaufbau, das Innenleben des Hufes mit allen Strukturen, den physikalischen Kräften und deren Auswirkungen auf den Huf unerlässlich. Durch die Ausbildung die ich bei der DHG geniessen durfte, konnte ich mir dieses Wissen aneignen und wende dieses nach meinen Kenntnissen an. Auf Basis dieses Wissen ist es möglich, durch ausgefeilte Schnitt- und Raspeltechniken auf die vorherrschenden Gegebenheiten einzugehen, vorausschauend zu bearbeiten und damit die Gesundung bzw. Gesunderhaltung der Hufe zu erreichen. Denn die Huforthopädie zwingt den Huf nie ein wohlgemeintes Idealbild auf, sondern lässt den Huf durch gezieltes Arbeiten selber werden. Dies bedeutet, dass der Huf so wachsen darf, wie er dem Pferd am bequemsten ist, indem er sowohl dem Gang als auch der Knochenstruktur des Pferdes angepasst ist und somit grösstmögliche Funktionalität leisten kann.

 

Das Ziel der Huforthopädie

 

Erstes Ziel ist die Gesunderhaltung der Hufe. Sind Hufe bereits aus der Form geraten, werden sie in einen physiologisch gesunden und tragfähigen Zustand zurückgeführt. Sollten bereits Strukturen dauerhaft geschädigt sein, wird der Huf in eine für das Pferd bequeme Stellung geführt. Huforthopädie therapiert nicht nur Symptome, sondern setzt bei den Ursachen an.

Spalten, Strahlfäule, Trachtenzwang, Rillenbildung, deformierte, rissige oder bröselige Hufe benötigen Hilfe, um wieder gesund zu werden. Je nach Grad der Schädigung ist eine völlige Gesundung der Hufe nicht immer möglich, sehr wohl aber eine Verbesserung der Gesamtsituation und dadurch Linderung des Problems. Um die oben beschriebenen Erhaltungsmassnahmen oder Veränderungen zu ereichen, prüft und nutzt die Huforthopädie die Umstände und Kräfte, denen die Hufe Schritt für Schritt und Tag für Tag ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Bodenverhältnisse ( Halle, Paddock, Schotterwege, Sandplatz, Wiese usw. )

Am deutlichsten wirken diese Gegebenheiten am Barhuf, weshalb man sie sich auch nur am Barhuf zunutze machen kann.

 

Ob dann (wieder) beschlagen wird oder nicht ist eine Frage, die sich der Pferdebesitzer nach der Hufgesundung neu stellen kann.

 

 

 

 

Hier noch ein grosses Dankeschön an Angelique Behrens für diesen treffenden Text und das wir diesen nützen dürfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© 2016 by Iris Oehrli

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